Unten Gestern. Ein Name, über den man stolpert. Und Musik, die hängen bleibt. Im Ohr sowieso. Aber auch im Kopf und im Bauch. Warum? Die drei Jungs bringen poppige, teils hymnische Melodien, und großzügig gießen sie in fast jedem Stück einen Regen von Harmonien aus, dessen Wärme bei anderen für mindestens drei Songs reichen müsste. Zugleich will die Musik nach vorn, gibts auf die Glocke, bis das Tanzbein zuckt - oder die Nacken zu bangen beginnen. Dafür sorgt die Gitarre, die Indie-Akkorde schraddelt, sich gelegentlich aber auch Schweinerock- Ausreisser leistet, der Bass, der mal verziert, mal einfach nach vorne treibt, und das enorm präzise Schlagzeug, das alles tight hält und zugleich Akzente setzt, die das Instrument mit ganz neuen Ohren hören lassen. Und für den Kopf? Dem gibt das Berliner Trio deutsche Texte. Die schlingern gekonnt zwischen "Jungs in der Großstadt"-Poesie und feinem Wortwitz - und immer dann, wenn man gerade schon "Klischee" rufen will, kommen sie mit einem neuen Sprachbild um die Ecke und treffen damit ein Gefühl punktgenau, das sich eigentlich nicht auf den Punkt bringen lässt: Unten Gestern eben.